05.05.2010 - Startschuss für die Hessische Berufsakademie in München: Das seit Jahrzehnten in vielen Bundesländern erfolgreiche Berufsakademie-Modell wird zum Wintersemester 2010/11 erstmals auch in Bayern angeboten. Ab 1. September können Abiturienten und Absolventen mit Fachhochschulreife parallel zu ihrer praktischen Berufsausbildung im Unternehmen ein betriebswirtschaftliches oder ingenieurwissenschaftliches Fach an der Hessischen Berufsakademie in München studieren. Nach sechs Semestern erlangen sie mit dem Bachelor einen staatlich anerkannten Abschluss. Von dem Angebot profitieren auch mittelständische Unternehmen in der Region München, die auf der Suche nach engagierten Auszubildenden sind. „Unternehmen, die neben der Ausbildung ein Studium anbieten, werden keine Probleme haben, hervorragende Nachwuchsführungskräfte zu finden“, erklärt Dr. Harald Beschorner, Geschäftsbereichsleitung der Hessischen BA.
Sieben Studiengänge stehen an der Hessischen Berufsakademie in München zur Auswahl. Im Bereich der Betriebswirtschaft sind dies Business Administration, Business Administration mit Fachrichtung Handel, Business Administration mit Fachrichtung Logistik und Wirtschaftsinformatik, die jeweils mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen werden. Im Bereich der Ingenieurswissenschaften werden Mechatronik, Elektrotechnik und Maschinenbau angeboten, die zum Abschluss Bachelor of Engineering führen. Die betriebswirtschaftlichen Studiengänge werden im Blockmodell (zehn Wochen pro Semester Blockstudium und 14-täglich samstags) durchgeführt. Die Vorlesungen der ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge finden berufs- und ausbildungsbegleitend unter der Woche abends und samstags statt.
Studienleiter der Hessischen Berufsakademie in München ist Prof. Dr. Bernd Gussmann. Der gebürtige Ludwigsburger absolvierte nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Industriekaufmann. An der Ludwig-Maximilians-Universität studierte er Betriebswirtschaftslehre, war Werkstudent bei Siemens und promovierte bei Prof. Dr. Dr. h.c. Edmund Heinen. Es folgten Management-Stationen als Gesamtgeschäftsführer der Femira-Werke in Pleidelsheim und als Managing Director der Slumberland Deutschland GmbH. Seit Oktober 2001 ist Dr. Gussmann Professor an der Hochschule Rosenheim für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Unternehmensführung.
Prof. Dr. Gussmann: „Ich habe mich sehr gefreut, die Studienleitung der Hessischen Berufsakademie in München zu übernehmen. Es ist mir ein besonderes Anliegen, dem dualen Studium, das in vielen Bundesländern seit Jahrzehnten ein Erfolgsmodell ist, auch in Bayern zum Durchbruch zu verhelfen. Die Verbindung von Theorie und Praxis ist für angehende Führungskräfte enorm wichtig, um im Beruf bestehen zu können. Und ich weiß wovon ich rede. Ich profitiere noch heute davon, dass ich vor meinem Studium eine Berufsausbildung abgeschlossen habe. Diesen zeitintensiven Weg müssen junge Menschen in Bayern zum Glück jetzt nicht mehr gehen. An der BA können sie parallel zur Ausbildung im Unternehmen Betriebswirtschaft oder Ingenieurwissenschaften studieren und verfügen dabei sogar noch über ein eigenes Einkommen. Die BA stellt somit eine wesentliche Ergänzung und Bereicherung der Hochschullandschaft in Bayern dar.“
Bei der Suche nach qualifizierten Auszubildenden werden auch die Unternehmen selbst von der Hessische Berufsakademie stark profitieren können. Dr. Harald Beschorner: „BA-Absolventen sind leistungsfähig, zielstrebig und geistig beweglich. Sie erfüllen also genau die Anforderungen, die Unternehmen heutzutage an ihren Führungsnachwuchs stellen. Vor allem für mittelständische Unternehmen rentiert es sich deshalb, jungen Menschen neben der Ausbildung im Betrieb ein Studium an der BA zu ermöglichen. Das Studienangebot ist ein sehr gutes Argument, um engagierte junge Menschen für eine Ausbildung in dem Unternehmen zu begeistern und sie später als Nachwuchs-Führungskräfte zu halten.“
Die Bachelor-Abschlüsse der Hessischen Berufsakademie sind hochschulrechtlich in nahezu allen Bundesländern gleichrangig mit Abschlüssen von Hochschulen. BA-Absolventen sind daher in den meisten Fällen zu einem aufbauenden Master-Studium und einer späteren Promotion berechtigt. So können Absolventen der Hessischen Berufsakademie im Anschluss an ihr Erststudium an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, die wie die BA zur Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft gehört, berufsbegleitend einen Master- oder MBA-Abschluss erwerben. Die FOM verfügt über 19 Hochschulstudienzentren in Deutschland und Luxemburg. Darunter sind auch die bayerischen Standorte München und Nürnberg.
Dr. Harald Beschorner: „Auch im Hinblick auf den doppelten Abitur-Jahrgang 2011 in Bayern bietet das Angebot der Hessischen Berufsakademie angesichts des demografischen Wandels für Unternehmen die Chance, noch einmal qualifizierten Nachwuchs durch ein attraktives, kombiniertes Studien- und Ausbildungsmodell an sich zu binden.“
Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude stellte in einem Grußwort die Bedeutung der Berufsakademien für die Ausbildung von jungen Menschen heraus: „Für die enge Verzahnung von Theorie und Praxis steht auch die Einrichtung der Berufsakademie, die es ermöglicht, ein Studium mit einer praktischen Ausbildung zu verbinden. Wie groß der Bedarf nach dieser Kombination ist, zeigt die Tatsache, dass es bundesweit derzeit über 500 ausbildungsintegrierte duale Studiengänge mit rund 40.000 Studierenden gibt. Deshalb begrüße ich es sehr, dass die Hessische Berufsakademie Abiturienten und Fachabiturienten nun auch in München die Möglichkeit bietet, Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften ausbildungsbegleitend zu studieren und damit das in München bestehende Bildungsangebot in diesem Sektor bereichert und ergänzt.“
